Heiß auf Reis? – Aber: Welche Sorte und wie kochen?

Habt ihr auch schon genervt vor den großen Supermarktregalen voller verschiedener Reissorten gestanden und wusstet nicht, welche Sorte ihr nehmen sollt? Es gibt so viele unzählige Sorten… Bei Jonathan und mir gibt es da zwei gegensätzliche Vorlieben, sodass sich für uns eigentlich nur die Frage stellt: Basmati oder Rundkorn? 

Jonathan ist ein Anhänger der Basmati-Fraktion. Immer, wenn er eins seiner genialen Stir Fry Gerichte macht, gibt es bei uns Basmati-Reis. Wenn wir Basmati machen, geben wir ein wenig Salz mit ins Wasser und 3 bis 4 Kardamom-Kapseln. Diese Art von Reis passt tatsächlich perfekt zu verschiedenen Reispfannen, also dem erwähnten Stir Fry, oder als Beilage zu z.B. indisch inspirierten Gerichten.

Ich persönlich bin ein Fan von Rundkorn-Reis. Wenn ich Reis zubereite, habe ich meist dieses Idealbild von einer typisch japanischen Schale Reis vor Augen – dampfend, weiß-glänzend und ein bisschen klebrig. Rundkorn-Reis wird in deutschen Supermärkten oft als Sushi-Reis verkauft, aber da das oft mit einem ordentlichen Preisaufschlag einhergeht, greife ich gerne zu dem ganz schnöden „Milchreis“. Sogar wenn wir Sushi machen, gibt es oft einfach diesen Reis. Er ist günstig, man bekommt ihn eigentlich überall und er kommt von seinen Eigenschaften her recht nahe an Sushi-Reis heran. Rundkorn-Reis passt gut zu japanisch oder chinesisch inspirierten Gerichten (zum Beispiel Omu-raisu, japanisches Curry, Reis als Beilage mit Furikake…). Würzt man den Reis nach dem Kochen mit Sushi-Essig, kann man dann prima Sushi damit machen.

Frisch gekochter Rundkornreis

Bei einer Sache sind Jonathan und ich uns dann allerdings doch einig: Wir kochen den Reis nicht schwimmend – also nicht wie Nudeln in ganz viel Wasser und gießen ihn dann ab. Interessanterweise scheint das eine weit verbreitete Methode gerade in der Generation unserer Eltern zu sein.

Egal ob es Basmati oder Rundkorn ist, wir halten uns (grob) an die Reis/Wasser Ratio von 1 zu 1,25. Dabei handelt es sich um eine Volumenangabe: Bei zwei Tassen Reis nehmen wir zweieinhalb Tassen Wasser. Je mehr Reis man kocht, desto niedriger sollte das Verhältnis von Wasser zu Reis werden, da immer ungefähr gleich viel Wasser verdampft. Darüber gibt es ein sehr interessantes Video auf YouTube von What’s Eating Dan bei America’s Test Kitchen (das Video ist auf Englisch).

Bei uns gibt es normalerweise Reis aus dem Reiskocher bzw. InstantPot (elektrischer Dampfkochtopf). Das gibt in der Regel ein sehr gleichmäßig gutes Ergebnis, geht schnell und macht kaum Arbeit. Ein Reiskocher oder InstantPot ist aber auch nur ein Nice-To-Have und Reis aus dem klassischen Topf vom Herd geht natürlich genauso gut.

Den Rundkorn-Reis wasche ich vor dem kochen gerne und zwar so lange, bis das Wasser nicht mehr allzu trüb ist. Ob das wirklich nötig ist, mag Geschmacksache sein. Es verhindert jedenfalls, dass sich im Reiskocher eine Haut bildet, die (gerade wenn man Gäste zum Sushi machen einlädt) nicht ganz so schön ist. Salz gebe ich nicht ins Kochwasser. Außerdem kann es auch nicht schaden, den Reis vorm Kochen eine halbe Stunde oder mehr (bis zu 12 Stunden) einweichen zu lassen. Dadurch wird der Reis noch cremiger, aber nicht pappig.

Und hier die Zusammenfassung um Reis im Topf zu kochen:

  1. Den Reis mit 1,25 Volumen Wasser im Topf platzieren.
  2. Das Wasser zum Kochen bringen.
  3. Deckel auf den Topf und Hitze auf ca. 1/3 runter schalten (z. B. 4 von 12). 
  4. 20 Minuten kochen lassen. Den Deckel dabei nicht abnehmen.
  5. Von der Hitze nehmen und 10 Minuten ziehen lassen. Davor und währenddessen den Deckel nicht abnehmen.

PS: Wenn ihr es vermeiden könnt, tut euch und der Umwelt einen Gefallen und verzichtet auf Parboiled Reis in diesen Plastik-Kochbeuteln. Einerseits sind diese kleinen Tütchen echt überteuert, wenn man die Menge an Reis bedenkt und andererseits ist es so viel unnötiger Verpackungsmüll. Vom Geschmackserlebnis will ich gar nicht anfangen… Wenn ihr wisst, dass es an manchen Tagen schnell gehen muss mit dem Kochen, empfehle ich, ein bis zwei Tage vorher eine große Portion Reis zu machen und im Kühlschrank zu lagern. So habt ihr direkt für mehrere Tage Reis. Mit verschiedenen Rezepten wird es dann auch nicht langweilig. Guten Appetit! 🙂